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Sylter Schlagzeilen

Wie auf der beliebten Insel die Auswüchse der modernen Industriegesellschaft deutlich werden. Was erreicht wurde, wer bremste und damit welche Maßnahmen verhindert hat. Bis zum Sommer 1988 war auf Sylt die Welt noch in Ordnung. Die übliche Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness gab sich ihr alljährliches Stelldichein. Zwischen Gogärtchen und Ellenbogen tummelten sich Hunderttausende …

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Erbseninseln

Wenn der Wind das Meer vor den Felsen der Ertholmene, den Erbseninseln, wieder einmal derart toben läßt, dass der Nord- oder Südhafen unpassierbar ist, öffnet sich die filigrane Schwenkbrücke zwischen Christiansö und Frederiksö und gibt die 30 Meter breite Durchfahrt zwischen den Inseln für ein Schiff frei. Vorsichtig manövriert es durch das vom Wind und …

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Im Ersatzkanzleramt

Ein Besuch des Domizils von Konrad Adenauer in gut isolierter Lage oberhalb von Cadenabbia am Comer See. Nirgendwo ist der Comer See derart prima bacino wie zwischen Menaggio und Lenno. Die wenigen Kilometer dieses südwestlichen, vollends der Sonne zugewandten Uferabschnitts sind die Riviera des Gewässers. Ein bota­nischer Garten, aus dessen grüner Pracht historische Villen und …

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Loge am Lago

Warum in Zeiten, wo es keine Geheimtipps mehr gibt, Domaso im Norden des Comer See und das Westufer eine Entdeckung und eine Reise wert sind. Junge Hunde können sich ja so aufregen. Spitzes, sich zu Heiserkeit und schriller Erschöpfung verausgabendes Kläffen. Keine Ahnung, was die kleinen Kerle in der Dunkelheit rings um das Weingut Casa …

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Zu Fuß zum Trollfjord

Die Kathedrale ist der dramatischste aller norwegischen Fjorde. Er wird von Ausflugbooten und Kreuzfahrtschiffen angesteuert. Man kommt da auch zu Fuß hin. Vom fernen Bodö auf dem nordnorwegischen Festland erscheinen die Lofoten Inseln als unwirklich alpin übers Meer wipfelnde Bergkette. Ende Mai bis Mitte Juli sind die Schnee bedeckten Hänge rings um die Uhr besonnt. …

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Zu Fuß nach Arquà Petrarca

Ein Spaziergang durch die Vulkanberge ganze 90 Busminuten vom Flugplatz Marco Polo oder Venedigs Bahnhof Santa Lucia entfernt. Wenige Kilometer südwestlich von Padua erheben sich seltsam kegelförmige Berge aus der Ebene des Veneto. Meist sind sie von der Stadt zu sehen. Gegen Abend, wenn der 470 Meter hohe Monte Grande beginnt, seinen langen Schatten zu …

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Horizontverschiebung

Hier geht es um eine Insel im Bayerischen Meer, glückendes amphibisches Leben und einen 90. Geburtstag. Und um die Segelyacht Dreamtime. Nach weithin verbreiteter Ansicht gilt ein Boot als entbehrliche Sache. Was nicht zwingend zum alltäglichen Leben erforderlich scheint, steht bei der hinsichtlich Spielzeug vernünftigen weiblichen Fraktion der Familie unter mindestens latentem Rechtfertigungsdruck. Jeder, der …

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Luca, Stefano und das krumme Geschäft

Die venezianische Gondel ist Transportmittel, Prestigeobjekt und Touristenschaukel. Vor allem ist sie krumm. So fährt sie seitwärts gleitend geradeaus. Das ist zwar nicht ohne weiteres zu verstehen, im Grunde aber ganz einfach. Eigentlich müssten die Kanäle der amphibischen, von Wasserstraßen durchzogenen Adria-Metropole als Heimat der venezianischen Gondel der ideale Ort sein, etwas über das merkwürdig …

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Xenos und die Esel

Mit Eseln durch das Taygetosgebirge in Griechenland gehen ist eine schöne und mühsame Sache. Es ist ein interessanter Weg zur eigenen Geduld, auch zum Erkunden des Peloponnes. Die gefühlte Strecke, die Pitza, Tacia und ich seit Verlassen von Skoutari, eines Dorfes auf dem linken Mittelfinger des Peloponnes gelaufen sind, ist enorm. Gegen Mittag wollten wir …

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Die Flensburger Rumregatta

Es gibt verschiedene Gründe, nicht so recht einverstanden zu sein mit der Welt, wie sie gerade ist und wohin das Leben derzeit entwickelt wird. Wofür plötzlich Geld da ist, während es für dringende, nahe liegende Zwecke angeblich keins gibt. Auch den soviel Leben verzehrenden Kreislauf des zunehmend erschwerten Geldbeschaffens und rasant erleichterten -ausgebens, der kein …

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Einmal nach Portofino

Wie eine soziologische Studie herausgefunden hat, macht Geld den Menschen nur glücklich, wenn er erkennbar mehr als andere hat. Ansonsten soll Geld in der modernen Vergleichs- und Neidgesellschaft sogar unglücklich machen. Diese Erkenntnis spricht gegen einen Besuch des ligurischen Jet-Set Fischerdorfs mit pittoresk mondänem Naturhafen, wo es einige Glückspilze mit prächtigen Villen, üppigen Gärten und …

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Die Woche der feinen Unterschiede

Wie die „Les Voiles de Saint-Tropez“ zustande kam und was den Ort alljährlich im Herbst zur 40. Kalenderwoche so sehenswert macht. Von Erdmann Braschos Jedes Jahr Ende September versammelt sich eine feine, vom örtlichen Bonsai-Yacht Club de Pampelonne ausgesuchte Flotte klassischer Segler und moderner Rennyachten in der weiten, tief in die Côte d’ Azur reichenden …

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Der Wahnsinnswind

Tiefblauer Himmel, kristallklare Luft, gnadenloser Sturm. Mistral herrscht in der Provence. Die Tiere verdrücken sich, Menschen werden kirre und so mancher Fensterladen fliegt davon. Nach drei, sechs oder neun Tagen ist der Spuk aber vorbei. Zum Abschluß einer Seereise ankern wir draußen vor dem Vieux Port. Sanft vom stetigen Westwind bewegt murmelt der Golf von …

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Haggis und der 25. Januar

Am 25. Januar versammeln sich Schotten in aller Welt, um ihr geheimnisumwittertes Nationalgericht zu verzehren. Eine kulinarische Annäherung. Täglich stellen Geschmacks-, Gewissens- und Glaubensfragen erhebliche Anforderungen an den modernen Menschen. Permanent soll er zu allem Möglichen eine Meinung haben. Wenn’s geht, eine eigene. Auch die Speise, um die es hier geht, polarisiert bereits bei erstmaligem …

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St. Kilda

Die Bewohner von St. Kilda fühlten sich wie im Paradies. Sie lebten fernab der Zivilisation in einer idealen Gesellschaft. Dabei waren die sturmzerzausten Inseln im Atlantik kein Schlaraffenland. Mitten in Edinburgh, an der Ecke Charlotte Square und Young Street, im muffigen Tiefparterre des National Trust for Scotland, steht eine kleine, schwarze Blechbox des Earl of …

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Der Wald, die Reben und das Meer

An einem schmalen Streifen der Steilküste Liguriens kleben fünf Dörfer am Fels, die Cinque Terre. Derart schön, dass alle mal kommen, gucken, Sardellen futtern und am liebsten bleiben würden. Die Sonne glitzert auf dem trägen Gewoge des ligurischen Meeres. Kaum von einer thermischen Brise geschuppt, hält es noch seinen Mittagsschlaf. Links der Gleise eine Ortschaft, …

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Kuba: Sozialismus in Farbe

„Es gibt ein paar Dinge aus der Zeit vor der Revolution, die die Amis schon gut gemacht haben“, erklärt Mario, ein farbig junger Kubaner, mit feierlichem Ernst. Er zeigt auf das 25-stöckige Hochhaus. „Das Habana Libre ist großartig. Wir hatten in den vergangenen Jahrzehnten keine Reparaturen, keinen Ärger, nichts.“ Das Hotel wurde während der Revolution …

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Pionier der Landschaftsfotografie

Die ersten Bilder des Nordens: Eisblöcke und Wasserfälle, die Schönheiten der damals noch unbekannten nordischen Landschaften hielt der Norweger Knud Knudsen auf seinen Fotoplatten fest. Wenn Knud Knudsen Bustetun, der alte Knudsen vom Gehöft Buste durch das westnorwegische Fjordland in die Hauptstadt Bergen zum Einkaufen fuhr, nahm er seinen Sohn mit. In der ersten Hälfte …