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Der Zöllner von Malta

  Misstrauisch blättert der Beamte in Schiffspapieren und Pässen, fragt nach woher und wohin. Auf Malta, der kleinen Inselrepublik zwischen Libyen und Sizilien, scheint ihm bei drei Männern mittleren Alters als Besatzung einer Yacht gesunde Skepsis angesagt. Die sind wohl geschäftlich unterwegs! Er blättert, durchforstet die Pässe, grübelt. Nach mehreren Tagen auf See bei abschließend deftigen Bedingungen warten wir auf die Stempel, wollen duschen, Schlaf nachholen und mal wieder Weiter lesen […]

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Der Wahnsinnswind

  Tiefblauer Himmel, kristallklare Luft, gnadenloser Sturm. Mistral herrscht in der Provence. Die Tiere verdrücken sich, Menschen werden kirre und so mancher Fensterladen fliegt davon. Aber nach drei, sechs oder neun Tagen ist der Spuk vorbei. Zum Abschluß einer Seereise ankern wir draußen vor dem Vieux Port. Sanft vom stetigen Westwind bewegt murmelt der Golf von Saint-Tropez um den Bug des Bootes. Die Sonne verabschiedet sich mit einem farbenfrohen Spektakel hinter der gezackten Kette Weiter lesen […]

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Die Zwei von der Peute

Zwei Bootsbauer machen was aus dem brach liegenden Peuter Elbdeich 1 An der Norderelbe zwischen den Elbbrücken der A255 und A1 liegt die Peute, ein Industriegebiet im Hamburger Stadtteil Veddel. Entlang der schnurgeraden Peutestraße parken die Lastwagen in Kolonne, daneben liegt manche Fläche brach. Das denkmalgeschützte Backsteingebäude der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine von 1920 erinnert an die lebendige Vergangenheit der Peute. Hier gab es mal eine Druckerei, eine Kaffeerösterei Weiter lesen […]

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25. Januar

  Heute versammeln sich Schotten in aller Welt, um ihr geheimnisumwittertes Nationalgericht zu konsumieren. Eine kulinarische Aufklärung von Erdmann Braschos Täglich, wenn nicht tagtäglich, stellen Gewissens-, Glaubens- und Geschmacksfragen erhebliche Anforderungen an den modernen Menschen. Permanent soll er zu allem Möglichen eine Meinung haben. Wenn’s geht, eine eigene. Auch die Speise, um die es hier geht, polarisiert bereits bei erstmaligem Genuss. Einige Probanden behaupten unbeirrt, Weiter lesen […]

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Barfuß im Regen

Die Bewohner von St. Kilda fühlten sich wie im Paradies. Sie lebten fernab der Zivilisation in einer idealen Gesellschaft. Dabei waren die Sturmzerzausten Inseln im Atlantik wahrlich kein Schlaraffenland. Text: Erdmann Braschos Mitten in Edinburgh, an der Ecke Charlotte Square und Young Street, im muffigen Tiefparterre des National Trust for Scotland, steht eine kleine, schwarze Blechbox des Earl of Dumfries. Zwei abgegriffene Exemplare der Heiligen Schrift auf Gälisch liegen darin, Briefe, Weiter lesen […]

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Eine Scheibe abschneiden

Ein Außenseiter mischt das Geschäft mit dem Dartsport auf. Sein Motto: Das Bessere ist der Feind des Guten. Text: Erdmann Braschos Der ehemalige Bauunternehmer Charles Rechberger hat Ende des Jahres 2008 jede Menge Ärger. Er gehört zu den Geschädigten der Pleite des Baukonzerns Philipp Holzmann und ist auf einer Eine-Million-Euro-Forderung sitzengeblieben. Um auf andere Gedanken zu kommen, kauft sich der aus dem Allgäu stammende Wahl-Berliner eine handelsübliche Dartscheibe. Nach ein Weiter lesen […]

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Der Tiefstapler

Im Bootsbau geht es zu wie in der Politik. Alles schielt mit unterschiedlichem Erfolg zur Mitte. Dank großer Stückzahlen bietet der umsatzstarke Massenmarkt dem Kunden viel Schiff zum interessanten Preis. Clever ködern die Großserienwerften mit variantenreichem Kajütausbau, einem betont modernen Ambiente und neuerdings markantem Falz in Aufbauten und Heckpartie. In die Rümpfe eingelassene Panoramafenster oder pfiffig eingebaute Kaffeeautomaten überzeugen selbst die bei der Anschaffung kostspieligen Weiter lesen […]

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Der Wald, die Reben und das Meer

  Die Sonne glitzert auf dem trägen Gewoge des ligurischen Meeres. Kaum von einer thermischen Brise geschuppt, hält es noch seinen Mittagsschlaf. Links der Gleise eine Ortschaft, rechts etwas Strand. Durchgeschüttelt von einigen Stunden Bahnfahrt verlassen wir den Waggon. Monterosso al Mare. Am Meer, wo sonst könnten wir mit dem Mensch sein beginnen? Verreisen ist Wahnsinn. Nur daheimbleiben wäre schlimmer. Ab und zu muß der Mensch mal richtig weit weg. Städte, das hügelige Zwiebelturmland Weiter lesen […]

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Der erfolgreiche Verlierer

  Der prototypische America’s Cup Segler ist Entrepreneur, der seinen geschäftlichen Erfolg auf den Regattabahnen wiederholt und das gesellschaftliche Parkett des Yachtsports genießt. Seit Generationen Arrivierte verausgaben sich selten, Royals nie für den Cup. Im Rahmen der sommerlichen Segelfestspiele auf dem Solent stellt Osbourne House gern den schwarzen Rennkutter „Britannia“ als Sparringspartner. Der Wettkampf mit den Gatsbys jenseits des Atlantik bleibt bürgerlichen Emporkömmlingen Weiter lesen […]

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Kapitän Größenwahn

  Die Titanic ging auf Jungfernfahrt. Doch sie kam nicht bis New York. Mit Volldampf und blindem Ehrgeiz fuhr sie direkt ins Treibeis und in den Tod. „Als Mann in den besten Jahren gilt, wer sie eindeutig hinter sich hat. Als Kapitän John Edward Smith in seiner Eigenschaft als Kommodore der White Star Line den Platz auf der Brücke des neuen Flaggschiffs Titanic einnahm, stand er kurz vor seiner Pensionierung. Die Jungfernfahrt des größten und komfortabelsten Ozeandampfers der Welt Weiter lesen […]

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Darf es etwas kleiner sein?

In Zeiten, wo Geld und Freizeit eher ab- als zunehmen, ist auch beim Segelspielzeug das Downsizing keine verkehrte Sache. Die Amerikanerin Elizabeth Ernst Meyer, bekannt durch ihren 40 Meter Schlitten „Endeavour“, macht es vor. Sie ist seit einigen Jahren mit der nicht mal halb so langen „Seminole“ glücklich. Die Cowes Week ist ein Härtetest für Mensch und Material. Tagsüber wird im Solent und rings um die Isle of Wight ernsthaft gesegelt. Das mit tückischen Sandbänken gespickte Weiter lesen […]

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Eine ernsthafte Sommerträumerei

Der Habsburger Prinz Ludwig Salvator entflieht den Zwängen der Donaumonarchie aufs Mittelmeer. Rastlos reist er, forscht und schreibt und malt – bis er auf Mallorca endlich sein Paradies findet. „Wenn man von Kuxhafen, wo die mächtig erweiterte Elbe schon meerähnlich erscheint, eine Strecke gegen Norden hinausfährt, so dauert es nicht lange, dass man am fernen Horizont allmählich eine dunkle, noch in märchenhaftem Dunst gehüllte Klippe aus den Wogen aufsteigen sieht.“ 1865 verbringt Weiter lesen […]

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Michael Schmidt baut sein Traumboot

Nach dreijähriger Auszeit macht Hanse Yachts Gründer Michael Schmidt mit einem ungewöhnlichen 80 Füßer von sich reden. Der Prototyp der Brenta 80 mit italienischen Genen wird gerade in einem neuen Betrieb in Greifswald fertig. Eigentlich wollte Michael Schmidt seit dem Verkauf der Hanse Werft aufhören mit arbeiten. Hat er auch. Er segelte im Mittelmeer und Schwarzen Meer, querte den Atlantik und kreuzte in der Karibik. Jetzt ist das Powerhouse der deutschen Yachtbranche wieder da. Erholt Weiter lesen […]

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Elegante 68 Fuß Slup

Im Auftrag eines Berliner Seglers entwickelte der schwedische Konstrukteur Håkan Södergren einen eleganten 21 m Renner. Moderne Großserienboote bringen im heute üblichen zehn Meter Format sechs Kojen, Pantry und einen WC Raum unter. Diesen Komfort wird die doppelt so lange Swede 68 auf 20,60 m und einer Breite von 3,81 auch bieten. Swede 68 wurde für Segler entwickelt, denen Eleganz, Nähe zum Wasser und exquisiter Segelgenuss viel bedeuten. Wo ein sensibles Steuergefühl am Rad, hervorragende Weiter lesen […]

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Bewährte Systeme vom Sortierspezialisten

Effizienzgesichtspunkte und Produktvielfalt stellen Abfüllbetriebe und Logistikzentren vor neue Herausforderungen. Immer schnellere Durchsatzleistungen bringen herkömmliche Ausleit- und Verteilsysteme an ihre Grenzen. Erschwerend hinzu kommt die vertriebsseitig geforderte wachsende Gebinde- und Produktvielfalt. Die Anforderungen an ein materialschonendes Handling sind groß. Zugleich ist der reibungslose und störungsfreie Sortierbetrieb möglichst ohne Auszeiten ein wichtiger Beitrag zur Effizienz Weiter lesen […]

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Elbe 33

Lütje Yachts baut klassischen 10 m Motorkreuzer Bei Lütje Yachts entsteht ein nostalgischer 33 Fuß Motorkreuzer im Stil der zwanziger Jahre. Die Merkmale: senkrechter Vorsteven, Backdeck, Bullaugen und eine unter dem Aufbau charmant zum offenen Achterschiff herabgeschwungene Deckskante. Das ebenfalls traditionell gehaltene Deckshaus aus glänzend lackiertem Mahagoni bietet neben ausgezeichneter Rundumsicht vom geschützten Steuerstand überdachten Lebensraum mit wesentlichen Annehmlichkeiten Weiter lesen […]

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Sozialismus – schön bunt

  „Es gibt ein paar Dinge aus der Zeit vor der Revolution, die die Amis gut gemacht haben“, erklärt Mario, ein tiefschwarzer junger Kubaner, mit feierlichem Ernst. Er zeigt auf das 25-stöckige Hochhaus. „Das Habana Libre ist großartig. Wir hatten in den vergangenen Jahrzehnten keine Reparaturen, keinen Ärger, nichts.“ Das Hotel wurde während der Revolution fertig, als die konfektionierten Wohnmaschinen der Moderne auch auf der Zuckerinsel errichtet wurden und ein Hilton her mußte. Havanna Weiter lesen […]

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Die ersten Bilder des Nordens

Wenn Knud Knudsen Bustetun, der alte Knudsen vom Gehöft Buste durch das westnorwegische Fjordland in die Hauptstadt Bergen zum Einkaufen fuhr, nahm er seinen Sohn mit. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Odda eine kleine Siedlung am äußersten, südlichen Ausläufer des Hardangerfjords. Rechts das tausend Meter hohe, unwegsame Hardangerfjell, links der Gletscher Folgefonn. Von den Kanten des Hochlandes schwappte die Nässe förmlich zu Tal, stoben Wasserfälle in die Tiefe. Heute sind Weiter lesen […]

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God bless America

An einem kühlen Maimorgen ist das Boot wieder in seinem Element. Der Blick schweift durch das elfenbein- und türkisfarben gepolsterte Cockpit. Er verweilt an der silbernen Kulisse der Hebel für Standgas, Reisetempo und volle Fahrt. Die beiden Speichen des vom Chrysler 300 der fünfziger Jahre inspirierten Steuerrads schimmern in der sich langsam durchsetzenden Morgensonne. Wie die Licht- und Blinkerhebel beim Wagen ragen dem Fahrer die elfenbeinfarbenen Knäufe der Getriebehebel für die beiden Weiter lesen […]

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Segler entdecken die verlorene Zeit

„Er wolle gern einen Satz Baumwollsegel haben, erkärte ein bedacht seine Worte wählender Schweizer mittleren Alters zu Besuch bei Ratsey & Lapthorn am Medina River in Cowes. Seit 1790 werden hier die Segel für das Königreich genäht. Als Viscount Horatio Nelson die spanisch-französische Flotte Napoléon Bonapartes vor Kap Trafalgar in der alles entscheidenden Seeschlacht anno 1805 in die Flucht schlug, hatte er Flachs der Marke Lapthorn unter den Rahen hängen. Seitdem schneidern Generationen Weiter lesen […]

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Leicht ist besser

  Wie der altbackene Holz- und Metallbootsbau zum faszinierenden Faserverbund-Technologieschaufenster wurde. Von der Jolle aus Glasfaser-verstärktem Kunststoff bis zum 80 Stundenkilometer schnellen Tragflügel-Katamaran aus Karbon. Der Yachtsport ist eine spielerische Art des Jagens. Bei diesem Wettkampf geht es darum agiler, schneller, wendiger zu sein als andere. Nicht nur bei Grand Prix Regatten wie dem America’s Cup oder dem gerade ausgesegelten Volvo Ocean Race. Auch wenn sich Weiter lesen […]

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Weniger Strippen, mehr Knoten

Die Branche hat ihn verschmäht und belächelt, aber Luca Bassani hat sich von seinem Ziel nicht abbringen lassen. Mit alten Erfindungen, neuen Ideen, mit Reduktion und Beharrlichkeit hat der Unternehmer die Luxusyacht neu erfunden, sich seinen eigenen Markt geschaffen – und der konservativen Yacht-Branche einen anderen Kurs gezeigt. Text: Erdmann Braschos Der Chef ist schon da, an diesem Apriltag 1994 im norditalienischen Erbusco. Im Schatten der Werfthalle liegt kopfüber eine honiggelbe Weiter lesen […]

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Von der Kunst, Bilder zu schießen

Was gibt es schöneres, als ein richtiges Feuerwerk? Eine Annäherung an die Pyrotechnik, die mit höchster Präzision farbenfrohe Bilder in die Luft jagt – von Erdmann Braschos Es ist ein Versäumnis, sich nachts den Himmel nicht anzusehen. Man verpasst, wie der Mond wandert, die Sterne Bahnen ziehen. Man müsste sich dazu auf den Boden legen und ihnen eine Weile zugucken. Der moderne Mensch hat keine Zeit dazu. Er hat andere Himmel im Kopf. Das Firmament interessiert ihn eigentlich nicht, obwohl Weiter lesen […]